Die
sogenannte Familienaufstellung (auch: Familienskript, Systemische Familientherapie)
ist eine von Bert Hellinger stark beeinflußte Methode, die es auf
oft verblüffend einfache Weise ermöglicht, uralte, oft über
Generationen weitergegebene Traumata (Schuldgefühle, Außenseitertum,
Anerkennungsverweigerung etc.) zu erkennen und aufzulösen.
Diese Verstrickungen können zu psychischen und somatischen Störungen
und Erkrankungen führen (Bulimie, Angst vor Nähe, Männern,
Frauen, Erfolg..., Helfersyndrom, Selbstmordgefährdung, Selbstsabotage,
Krebs, Aggressivität, Selbstaufopferung, Alkoholismus uam.), wobei
die Betroffenen nicht im Entferntesten ahnen, daß sie in vielen
Fällen eigentlich die Geschichte eines Verwandten wiederaufgenommen
haben, um so im Familiensystem einen Ausgleich, eine Balance, zu schaffen.
Kurz und stark vereinfacht gefaßt, verläuft eine Familienaufstellung
folgendermaßen:
Der Klient/ die Klientin erläutert die Problematik, die er/ sie näher
beleuchten möchte.
Dann wählt er aus den TeilnehmerInnen - je nach Fragestellung - die
Vertreter seiner Herkunfts- oder Gegenwartsfamilie aus (Eltern, Kinder,
meist auch Großeltern, Ehemann/frau etc.).
Diese stellt er dann in jenem Abstand und mit jener Ausrichtung auf, die
deren Beziehungen untereinander am besten wiederspiegeln.
Die Aufgestellten werden zu den Gefühlen und Empfindungen befragt,
die auf dem ihnen zugewiesenen Platz in ihnen aufsteigen.
Unter der Leitung des Therapeuten wird die Konstellation nun so weit modifiziert,
daß alle einen subjektiv guten Platz bekommen.
Je nach den gegebenen Umständen werden Ausgeschlossene mit ganz bestimmten
Lösungssätzen gewürdigt, Schuld dorthin zurückgegeben,
wo sie hingehört, Mutter/ Vater angenommen, Verantwortung übernommen,...
So einfach die Methode scheint, so tief und nachhaltig ist ihre Wirkung.
Das neugestellte Lösungsbild wird vom Klienten verinnerlicht und
hat oft verblüffende und heilkräftige Auswirkungen auf Krankheitssymptome,
brüchige Beziehungen, Problemkinder, alte seelische Verletzungen
beim Klienten selbst oder in seiner Gegenwartsfamilie uvam.
Gerade im Tantra ist es von grundlegender Bedeutung, schrittweise von
den allgemein üblichen Projektionen auf andere Personen wegzukommen
("Puh, mit dem kann ich keine Übung machen, der schaut aus wie
mein Chef", "Mit Frauen, die Doris heißen, habe ich schlechte
Erfahrungen", "Keiner mag mich", "Immer muß
ich was beweisen" etc. etc.). Sehr viele solcher Störeinflüsse
haben ihren Ursprung in der Kindheit, in der Herkunftsfamilie.
Die Familienaufstellung ist ein machtvolles Werkzeug zur Beseitigung seelischer
Altlasten, die Energie binden und uns nicht so blühen lassen, wie
es unser innerstes Bedürfnis ist. Sie wirkt auf geheimnisvolle Weise
heilsam auf alle, die zu einem System gehören - und das selbst dann,
wenn sie gar nichts von einer erfolgten Familienaufstellung erfahren!
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