Struktur- und Familienaufstellungen |
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Geprägt,
geprägt für immer? Daß wir von frühester Kindheit an durch unsere Umgebung, und hier in erster Linie durch unsere Eltern, geprägt werden, hat sich ja inzwischen herumgesprochen. Nicht ganz so bekannt ist das Ausmaß dieser Prägung und die Auswirkungen, die sie auf das gesamte weitere Leben hat. Das menschliche Junge ist jahrelang vollkommen abhängig von der physischen und emotionalen Zuwendung seiner Umwelt. Es ist völlig wehrlos und seinem Umfeld auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Das ist auch schon dem Säugling klar, und er entwickelt Strategien, um sein bestmögliches Überleben zu sichern: Durch Versuch und Irrtum findet er heraus, ob er durch Aggression, durch Hilflosigkeit und Weinen, Unterordnung oder Sich-Unsichtbar-Machen das Maximum für sich herausholen kann. Egal wie liebevoll, "normal" oder zerrüttet aber das Elternhaus ist - das, was dort stattfindet, setzt sich im kindlichen Unterbewußtsein als LIEBE fest. Es ist das Ur-Programm, das löschsicher eingespeichert wird: Ist der Vater kaum vorhanden, so ist dies für das Kind die männliche Art, Liebe auszudrücken. Hört das Kind immer wieder, wie dumm und überflüssig es doch ist, verinnerlicht es dieses Urteil zuletzt (in dem verzweifelten Versuch, dem Elternteil wenigstens auf diese Weise zu gefallen und so vielleicht doch seine Anerkennung zu erringen). Schlägt die Mutter öfter zu, wird das als Pausvorlage für die "richtige" Mutter-Kind-Beziehung erlebt. Diese Musterwirkung ist unabhängig vom Leid, die das Kind durch das Erlebte erfahren mag! Ist das Kind erwachsen und blickt zurück auf all das, was in der Kindheit subjektiv schiefgelaufen ist, beschwört es, nie, NIEMALS so zu werden wie seine Eltern. Nur - leider, leider - macht ihm das böse Schicksal einen Strich durch die Rechnung: Die junge Frau verliebt sich vorzugsweise in Männer, die weit weg wohnen, ständig geschäftlich unterwegs oder verheiratet sind - das Szenario wechselt, die Aussage bleibt gleich: Damit ich glauben kann, daß ein Mann mich liebt, muß er unerreichbar sein. Oder: Der tüchtige, einfühlsame Freiberufler hat vorwiegend Klienten, die seine Dienstleistungen begeistert in Anspruch nehmen, dann aber nicht zahlen, unter Verweis auf seine Unfähigkeit: Dem einstigen elterlichen Auftrag ist Genüge getan. Oder: Dem einst geschlagenen Kind rutscht heute, da es selbst Kinder hat, trotz besseren Wissens und späterer bitterer Selbstvorwürfe ebenfalls die Hand aus - es folgt dem inneren Programm und weiß sich nicht anders zu helfen. Auch das, was wir zwischen unseren Eltern beobachtet haben, und sei es noch so unbewußt verlaufen, hat sich tief eingegraben: Als DIE RICHTIGE Form, wie Mann und Frau miteinander umzugehen haben. Nochmal: es ist völlig irrelevant, ob wir das später intellektuell als falsch erkennen! Wenn bei uns zu Hause gekeift, gestritten, manipuliert, nicht geschmust, weggeschaut, geschlagen, niedergemacht, getrunken, davongelaufen, geschwiegen, vertuscht, schöngemacht etc. etc. wurde, werden wir das später getreulich und in immer neuen Beziehungen immer gleich nachvollziehen, denn das Kind in uns will die eine, die WAHRE LIEBE, die es als Vorlage mitbekommen hat, wiederaufleben lassen, und das, was der erwachsene Teil als richtig erkennt, wird vom Kind sabotiert, weil es sich falsch anspürt. Gefangene also. Wir sind gefangen im Hamsterrad der Generationen. Und es besteht kaum Hoffnung, daß sich daran von allein etwas ändert. Aber: Man kann aktiv etwas dafür tun! Ein erster Schritt könnte sein, sich bewußtzumachen, welche Dinge und Situationen sich auffällig in deinem Leben häufen (ständig Geldsorgen? Klagen am Hals? Partnerschaften halten nicht? Selbstbewußtsein, Lebensfreude im Keller? ...). Dann kannst du nachschauen, ob das Symptom in der einen oder anderen Form auch in deiner Ursprungsfamilie auftaucht: Wenn du die Wurzel siehst, ist es oft leichter, das Symptom bei dem Menschen zu lassen, dem es gehört, und es nicht als dein eigenes zu übernehmen. Wenn du dir selbst aber mehr als nur Erste Hilfe leisten willst und erkannt hast, daß viele deiner Muster ("Das kann ich sowieso nicht"), ein Großteil der unüberwindbaren Hürden ("Wie schaut denn das aus?!"), die meisten deiner Glaubenssätze ("Männer wollen nur das Eine") lediglich übernommenes Erbe sind, kannst du die Auflösung dieser Uralt-Programme von Grund auf in Angriff nehmen. Eine der einfachsten
und besten Methoden dazu ist die Familienaufstellung nach Bert Hellinger. Wir halten seit
Jahren und - der steigenden Nachfrage entsprechend - immer öfter solche
Familienaufstellungen ab, derzeit etwa alle zwei Monate. © Helena Krivan. 1998 |
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